Portal:Geschichte
Die detaillierte Geschichte von Markt Berolzheim finden Sie in unserer Ortschronik, herausgegeben vom Heimatverein Markt Berolzheim
Der Markt "Markt Berolzheim" ist eine sehr alte Siedlung im Altmühltal. Im fruchtbaren Albvorland weisen Funde (Grabhügel der Hallstattzeit) auf eine keltische Besiedlung während der Eisenzeit hin. Unterhalb des Steinhauses sind noch Reste einer römischen Siedlung erkennbar. Die Siedlung Berolzheim mit dem Meierhof gehörte längere Zeit zum Sualafeldgau des Fränkischen Reiches. Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert wurden erstmals Herren von Berolzheim als begüterte Grundherren genannt. Im Jahre 1320 erbaute Ritter Willing von Berolzheim das "Untere Schloß", eine damalige Wasserburg; 1523 brannte es nieder und Wolf von Pappenheim errichtete es 1575 erneut. Auch ein "Oberes Schloss" existierte. Beide Anlagen wurden zerstört und abgetragen. Interessante Hintergrundinformationen sind in unserer Rubrik Sehenswertes unter Oberes und Unteres Schloss
Graf Wolf von Pappenheim bat im Jahre 1574 Kaiser Maximilian II. um die Verleihung eines Wappens. Der Wappenbrief ist heute die kostbarste Pergamentsurkunde, die sich im Archiv der Gemeinde befindet. Die Wappenbeschreibung: Geteilt von Blau und Silber, oben ein silberner Eisenhut, unten ein schreitender schwarzer Bär mit roter Zunge und Halsband.
Markt Berolzheimer Wappenbrief (Quelle: Ortschronik)
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Berolzheim geplündert und niedergebrannt, danach kam es als Besitz an die Ansbacher Markgrafen und Berolzheim wurde Sitz einer Markgräflichen Vogtei. Markt Berolzheim war im 18. Jahrhunder 15 Jahre unter Preußischer Verwaltung und kam 1806 zum Königreich Bayern.
Der Ansbacher Hofbaumeister, David Steingruber plante um 1755 den Bau der heutigen St. Michaelskirche. In der Außenwand sind Epitaphien von 1565 bis 1800 eingelassen. Die Kirche St. Maria wurde im Jahr 1347 erstmals Urkundlich erwähnt. Die katholische Kirche St. Hedwig entstand 1961/62 mit Zeltdach und seperatem Glockenturm. (siehe Sehenswertes Kirchen)
Von den einst zwei Schlössern in Markt Berolzheim zeugen heute nur noch Straßennamen (Am Graben, Schloßanger, Schloßhof oder Gostenhofgasse), Kellergewölbe und Altbauten.
Seit 1920 führt die Gemeinde den Titel "Markt" auch direkt im Ortsnamen. Somit konnten Verwechslungen mit dem zweiten mittelfränkischen Berolzheim bei Bad Windsheim und dem Gde. Ahorn (Main-Tauber-Kreis) künftig vermieden werden.
Vertiefende Literatur
Die Fortschreibung der Carbenchronik: Markt Berolzheim - Aus Vergangenheit und Gegenwart (1998, 336 S.) Exemplare sind beim Herausgeber, dem Heimatverein Markt Berolzheim , erhältlich.
Viehmarkt auf dem Marktplatz um die Jahrhundertwende (Quelle: Ortschronik)
Externe Links
- Jüdisches Leben in Markt Berolzheim
- Ortsplan um 1820 (Bayerische Landesbibliothek)
- Verzeichnis der Bau- und Bodendenkmähler vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege