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Heimatverein Markt Berolzheim

Aus B-Heim Wiki

Herzlich Willkommen auf der Seite des Heimatvereins B-Heims

Der Heimatverein trägt sowohl zum kulturellen als auch zum naturellen Leben unserer Gemeinde bei.
Neben Traditionen wie das aufstellen des Mai- und Weihnachtsbaumes ist auch die Anbringung und Erhaltung von Sitzbänken und Ortstafeln eine wichtige Aufgabe. Im Heimatverein kommt jung und alt zusammen. Hier arbeiten Generationen Hand in Hand um Feste und Veranstaltungen für die Gemeinde dieses wunderschönen Dorfes zu gestalten. Unser Markt Berolzheim hat so viel schönes zu bieten und mit unserer Arbeit helfen wir dies zu bewahren.

Satzung Heimatverein
Beitrittserklärung

Aktuelles

Hier findet ihr die vorläufige Wanderkarte von Markt Berolzheim:

Folgende Termine stehen an:

Über den Heimatverein

Am 27. Mai 1948 fand die Gründungsversammlung im Gasthaus Stoer statt. 45 Interessenten trugen sich in die Mitgliederlisten ein. Der Verein hat den Zweck die landschaftlichen Schönheiten von Markt Berolzheim und Umgebung der Öffentlichkeit aufzuzeigen, das kulturelle Leben des Ortes zu pflegen und für die Verschönerung des Ortsbildes Sorge zu tragen.

Weitere Aufgaben des Vereins sind die Vertiefung des Heimatgedankens, die Erschließung der landschaftlichen Schönheiten unserer Heimat durch Wanderungen unter der Leitung ortskundiger Führer, das Aufstellen von Ruhebänken und die Erneuerung alter Wegemarkierungen.

Bei der ersten Vorstandswahl wurde Karl Weißlein zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seine Amtsnachfolger waren Karl Lechner, Karl Bauer, Fritz Glöckel, Karl Käufer, Hermann Dollinger, Klaus Waschkuhn, Werner Stützer, wieder Karl Käufer, Karl Kastl, Hermann Sauer, Sebastian Schmoll, Hermann Rauscher und Florian Lierheimer.

Erste Aufgabe des Vereins war seinerzeit die Entrümpelung des Dorfes. Es wurde eine Liste mit den Plätzen und Straßen des Dorfes angelegt, die zuerst an die Reihe kommen sollten. Diese Entrümpelung hat damals im wahrsten Sinne des Wortes viel Staub aufgewirbelt, war aber erfolgreich.

Im Juli 1948 wurde beim Amtsgericht Heidenheim wegen der Eintragung in das Vereinsregister angefragt. Da es dem Verein damals noch an Geld fehlte, kam es zu keiner Eintragung. Auch musste die Satzung noch ergänzt werden. Erst im Jahre 1995 erfolgte beim Amtsgericht Weißenburg der Eintrag ins Vereinsregister. Der Verein führt nun den Namen „Heimatverein 1948 Markt Berolzheim e.V.“

Alljährliche Aufgaben des Vereins sind das Aufstellen und die Pflege der Ruhebänke in der Berolzheimer Flur, sowie das Aufstellen des Maibaumes und des beleuchteten Weihnachtsbaumes am Marktplatz.

Als einen Höhepunkt seines Wirkens hat sich der Verein die Aufgabe gestellt, eine Wiederauflage der Carbenchronik in Verbindung mit einer fortgeschriebenen Ortsgeschichte von Markt Berolzheim herauszubringen.

Ortschronik Markt Berolzheim

Ortschronik Download als PDF

Eine gewaltige Anstrengung des Heimatvereins war es vor wenigen Jahren (1998), eine umfassende Ortschronik zu erstellen, in der die komplette Geschichte von ersten Besiedlungsspuren bis zur heutigen Zeit zu dokumentieren. Zahlreiche Vereinsmitglieder sowie weitere wichtige ehrenamtliche Helfer und Redakteure trugen in aufwendiger Detektiv- und Kleinarbeit zum Gelingen bei. Die alte (und erste) Ortschronik, die sogenannte Carl-Carben-Chronik wurde dabei komplett integriert und - wo sinnvoll - überarbeitet oder ergänzt. Der Band erstreckt sich auf 336 Seiten und enthält dabei viele Ablichtungen und Statistiken. Für heimatkundlich oder geschichtsinteressierte Menschen sicher ein interessantes Buch - auch für Nicht-Berolzheimer! Aus Vereinssicht wurde damit auch ein zeitgemäßes Nachschlagewerk rund um den Ort geschaffen, dass auf Dauer seine Gültigkeit kaum verlieren wird.

Vorstandschaft

Jahr 1. Vorstand 2. Vorstand Kassier Schrift- führer Beisitzer*in Revisoren
seit 2025 Florian Lierheimer Anne Leidel Martin Engelhard Niklas Kaumeier
  • Klaus Wiesinger
  • Maximilian Oster
  • Simon Schmoll
  • Timo de Mattia
  • Timo Müller
  • Norbert Glasner
  • Johann Führich
2021 - 2025 Hermann Rauscher Florian Lierheimer Martin Engelhard Niklas Kaumeier
  • Klaus Wiesinger
  • Maximilian Oster
  • Rebecca Hennig
  • Timo de Mattia
  • Timo Müller
  • Norbert Glasner
  • Anne Leidel
2017 - 2021 Sebastian Schmoll
  • bis 2018 Julian Sauer
  • ab 2019 Hermann Rauscher
Martin Engelhard
  • bis 2018 Fabian Bartsch
  • ab 2019 Niklas Kaumeier
  • Florian Lierheimer
  • Klaus Wiesinger
  • bis 2018 Hermann Rauscher
  • ab 2019 Rebecca Hennig
  • Maximilian Oster
  • Timo Müller
  • Friedrich Bauer
  • Friedrich Weißlein
2013 - 2017 Hermann Sauer Julian Sauer Martin Engelhard Werner Stützer
  • Florian Lierheimer
  • Florian Pfisterer
  • Hermann Rauscher
  • Klaus Wiesinger
  • Timo Müller
  • Dennis Hüttinger
  • Friedrich Weißlein
2009 - 2013 Hermann Sauer Andreas Lechner Martin Engelhard Werner Stützer
  • Dennis Hüttinger
  • Hermann Rauscher
  • Julian Sauer
  • Rudolf Wieser
  • Sebastian Schmoll
  • Friedrich Weißlein
  • Florian Pfisterer
2006 - 2009 Karl Kastel Hermann Sauer Wolfgang Weißlein Werner Stützer
  • Friedrich Bauer
  • Hermann Rauscher
  • Julian Sauer
  • Klaus Gesell
  • Rudolf Wieser
  • Friedrich Weißlein
  • Sebastian Schmoll
2002 - 2006 Karl Kastel Hermann Sauer Karl Mack Werner Stützer
  • Georg Lang
  • Klaus Gesell
  • Rudolf Wieser
  • Willi Sauer
  • Wolfgang Weißlein
  • Ludwig Hertlein
  • Sebastian Schmoll
1998 - 2002 Karl Kastel Karl Käufer Karl Mack Werner Stützer
  • Georg Lang
  • Karl Lechner
  • Marco Wagner
  • Rudolf Wieser
  • Willi Sauer
  • Manfred Hüttinger
  • Herbert Selz

Vergangene Termine

2026

2025

2024

2023

2022

  • 25.12 Weihnachtsfeier
  • 26.11 Weihnachtsbaum Aufbau
  • 17.09 Vereinsausflug Freilandmuseum Bad Windsheim
  • 30.07 Maibaum Abbau
  • 09.07 Aufstellen einer Garnitur in der Kapellengasse
  • 14.05 Generalversammlung
  • 30.04 Maibaum schnitzen & aufstellen Thema Pumuckel
  • 16.04 Aufstellen einer Garnitur an den 7 Linden
  • 08.01 Weihnachtsbaum Abbau

2021

  • 27.11 Weihnachtsbaum Aufbau
  • 13.11 Abbau einer Garnitur an den 7 Linden
  • 10.& 11.09 Erneuerung Garnitur am Radweg
  • 04.09 Bänke streichen
  • 31.07 Latten streichen und Bankerneuerungen
  • 24.07 Latten streichen und Bankerneuerungen
  • 17.07 Generalversammlung mit Neuwahl
  • 27.02 Weihnachtsbaum Abbau

2020

  • 28.11 Weihnachtsbaum Aufbau
  • 17., 24.& 31.10 Latten Steichen
  • 08.02 Generalversammlung
  • 11.01 Weihnachtsbaum Abbau

2019

  • 25.12 Weihnachtsfeier
  • 30.11 Weihnachtsbaum Aufbau
  • 27.11 Latten hobeln
  • 29.09 Streuobsttag mit Apfelsaft Verkauf
  • 27.07 Maibaum Abbau
  • 17., 18., 24.& 25.05 Erneuerung/Aufstellen von Ruhebänken
  • 30.04 Maibaum schnitzen & aufstellen Thema Schlumpf
  • 01.-03.04 Latten streichen
  • 26.01 Generalversammlung
  • Weihnachtsbaum Abbau

2018

  • 01.-02.09 70 Jahre Heimatvereins Feier im "Hirlschlas"-Garten
  • 30.04 Maibaum schnitzen & aufstellen Thema Garfield

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2011

. . .

2009

2008

2007

2006

2005

2004

Haustafeln

Im Jahr 2002 beschloss der Heimatverein in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde, an historisch bedeutender Bausubstanz Informationsschildern anzubringen. Dabei orientierte man sich an Städten in der hiesigen Umgebung und entschloss sich für formschöne Tafeln, oval gehalten, mit weißer Schrift auf braunem Grund.

Meistens nur in Städten anzutreffen, informieren nun auch in Markt Berolzheim zahlreiche Haustäfelchen heimische und fremde Menschen. Für eine bescheidene Einwohnerzahl von ca. 1360 Bewohnern ist es doch ein wenig beachtlich, wie geschichtsreich der Ort ist.

B-heimer Gschichdn

Wunderbare Rettung einer Burgfrau

Als im Jahr 1523 die Soldaten des Schwäbischen Bundes gegen Markt Berolzheim zogen, um das Schloß des Raubritters Hans von Ems zu belagern, weilte dort die Frau seines Bruders Jörg, des Amtmanns zu Burgthann. Sie war eines Kindleins genesen und noch krank und schwach. Heimlich und in großer Eile hatte sich Hans, der Raubritter, mit seinem Gefolge fortgestohlen und die Frau schutzlos zurückgelassen. Als nun die Truppen anrückten und den Bewohnern des Schlosses – ein paar Mägden und Dienerinnen - die missliche Lage bewusst wurde, schlossen sie ängstlich die Tore und flehten zu Gott um Hilfe. Da wurde ihnen von einer alten Dienerin ein unterirdischer Gang gezeigt. Durch diesen verließen sie allesamt das gefährdete Gebäude und gelangten zu einem kleineren Besitz derer von Ems, draußen vor dem Dorf, dem sogenannten Steinhaus. Dort konnten sie sich verborgen halten, bis die Kriegsleute, nachdem diese das untere Schloß zerstört und niedergebrannt hatten, wieder abzogen.

Der Hunnenstein

In der Nähe des Berolzheimer Steinbruch, etwas abseits vom Weg, liegt ein großer Sandstein. Er heißt im Volksmund „Hunnenstein“. Der Sage nach soll unter ihm Attila begraben liegen. Nach seinem Tod in einen goldenen, silbernen und eisernen Sarg gelegt, wurde der Hunnenfürst heimlich begraben. Die Diener, die den Platz wüssten, wurden getötet; das Hunnenheer zog weiter.

Die heilige Walburgis

Es ist schon spät am Abend. In Heidenheim sind alle Lichter gelöscht. Ruhe und Frieden liegen über dem Ort. Des Tages Arbeit ist getan, alle Mühe und Last ist von den Menschen abgefallen, und auch die Tiere geben sich der Ruhe hin. Mächtig ergebt sich das Kloster gegen den Nachthimmel. Nur in einer Zelle brennt noch Licht. Wenn wir hineinblicken, sehen wir eine hohe Freuengestalt. Sie kniet vor dem Kreuz, im Gebet versunken. Da vernimmt sie eine Stimme: „Walburgis, stehe auf! In der Burg liegt ein Kind todkrank darnieder, das einzige Knäblein des mächtigen Grafen von Truhedingen. Menschenkunst kann ihm nicht mehr helfen. Mach dich auf! Ich will dich leiten. Folge mir! Du sollst meine Macht und Herrlichkeit verkünden!“

Gedämpft hallen die Schritte der Heiligen durch die hohen Gänge und Gewölbe. Unbemerkt erreicht sie die Pforte und tritt ins Freie. Bestimmten Schrittes wandelt sie zur Burg. Als sie ans Tor klopft, stürzt ihr eine Rotte wütender Hunde entgegen. St. Walburgis aber, im Vertrauen auf Gott, betritt beherzt den Hof und siehe – die Hunde tun ihr kein Leid an. Winselnd umschmeichelnd sie die von Gott Gesandte und legen sich zu ihren Füßen nieder. Erstaunt kommt ihr der Burgherr entgegen. Walburgis aber spricht: „ Der Herr, des Dienerin ich bin und der mich heut´ zu deinem Haus geführt, hat mir ins Herz gelegt, durch mich dein Kind der bösen Krankheit zu entreißen, wenn du mit deinen ganzen Kräften glaubst, dass er der Arzt der Ärzte ist. Nur er allein, der Mächtigste, kann helfen, wenn es ihm beliebt.“

Ungeachtet seines Ranges führt der Burgherr Walburgis selbst ins Gemach des kranken Knaben und lässt sie allein. Die Heilige legt die Hände auf das Haupt des Kindes und betet inbrünstig. Da wird die Gewalt des Siechtums gebrochen, des Fieber lässt nach, und das Kind fällt in einen sanften Schlummer, aus dem es genesen am frühen Morgen erwacht. Der mächtige Herr, von dem Wunder bezwungen, ruft seine Diener herbei, um der Heiligen reiche Geschenke zu Füßen zu legen. Sie aber lächelt hold: „Was soll mir das alles? Ich selbst bin reich, da Gott ich Vater nennen darf. Er ist´s, der dieses Wunder hat vollbracht. Beschert die Armen und Bedürftigen mit Gaben, die ihr selbst von Gott empfangen habt!“

Die Wunderheilung bewegte den Burgherrn tief im Herzen, und er ließ alsbald sich und sein ganzes Haus taufen. Sie erscholl in der ganzen Gegend und viele wurden gläubig. – Walburgis beendete ihr gesegnetes Leben im Fraunkloster zu Heidenheim und wurde auch dort begraben. Später wurden ihre Gebeine erhoben und nach Eichstätt in den Walburgiskirche gebracht. Aus dem Stein aber, auf welchem sie ruhen, quillt das heilige Walburgisöl, dessen klare Tropfen sich in vergoldeten Schalen sammeln und dem eine heilsame Wirkung zugeschrieben wird.

Der Sage nach sollen Heidenheim, Auhausen und Heilbronn von drei Geschwister gegründet worden sein. Heidenheim von der heiligen Walburgis, Auhausen vom heiligen Oswald und Heilsbronn vom heiligen Willibald. Diese drei Heiligen reisten miteinander und hatten einen Esel bei sich, welcher die Quellen in den drei Orten fand. Der Weisung des Tieres folgend gründeten sie an den drei Stätten Klöster.

In Heidenheimn wird heute noch der „Heidenbrunnen“ gezeigt, mit dessen Wasser die ersten Christen getauft worden sein sollen. Früher nannte man ihn den „Schönbrunnen“.

Auch auf dem Weg von Eichstätt nach Heidenheim führten Wunibald und Walburgis ihr Bekehrungswerk fort. Heute noch kann man einen alten Brunnenschacht sehen – im „Veitengrubers Garten“ bei Markt Berolzheim -, der allgemein als das „Walburgisbrünnlein“ bezeichnet wird.

Die Geschichte des Maibaumes

Entlang der württembergischen und oberbayrischen Grenze gibt es den im Frühjahr um den 1. Mai aufgestellten Maibaum. Es handelt sich hierbei um eine Fichte oder Tanne, die bis auf den Wipfel entastet und manchmal abgeschält ist. Um den Stamm hängt in der oberen Hälfte ein Kranz aus Reisig oder Eichenlaub. Kranz und Wipfel sind mit bunten Bändern geschmückt.
In neuerer Zeit wird hier auch eine andere Form des Maibaums errichtet: der überwiegend aus Oberbayern und Österreich bekannte Figurenbaum. Der Baumstamm wird hier zusätzlich zum Teil spiralförmig entrindet oder bemalt. An Querstangen sind Bilder des ortsansässigen Handwerks angebracht.
Über das Aufstellen von Maibäumen gibt es in Mittelfranken nur wenige geschichtliche Zeugnisse. Denn hier wurde dieses Brauchtum schon früh auf den Kirchweihbaum übertragen. Nur im nördlichen Mittelfranken und Oberfranken übliche Name „Maier-baam“ für den Kirchweihbaum erinnert noch daran.
In Nürnberg hatte man bis 1561 jährlich einen Stadtmaien aufgerichtet. Noch heute erinnert die nach ihm benannte Maiengasse daran.
Andreas Schmeller beschreibt in seinem Bayrischen Wörterbuch einen solchen Baum als „abgeschälte, mehr oder weniger hohe Fichte oder Tanne, welche, mit allerley Emblemen geziert, durch gemeinschaftliches Zuthun des lebenslustigen Theiles einer Landgemeinde, gewöhnlich am ersten Sonntag im May bey Sang und Klang und Tanz auf dem Dorfplatz der vor dem Wirtshause, oder auch vor dem Hause, wo das schönste Mädchen wohnt, errichtet, gesteckt wird“.

Der Maibaum, der an der Südwestgrenze des Regierungsbezirks am Vorabend oder im Lauf des 1. Mai aufgestellt wird ist überwiegend neueren Ursprungs. Oberscheckenbach (Landkreis Ansbach) begann mit diesem Brauch im Jahre 1933. Im ehemaligen Landkreis Feuchtwangen wurde das Maibaumaufstellen erst in den siebziger Jahren aufgenommen.
In Büchenbach (Landkreis Roth) hat er seit 1980 den Kirchweihbaum abgelöst. Der Grund dafür ist schlicht eine Platzfrage. Während des örtlichen Kirchweihfestes wird der Platz, auf dem der Baum stehen soll, als Autostellplatz benötigt. So entschloss man sich kurzerhand, diesen langjährigen Brauch abzuschaffen und an dessen Stelle nun am 1. Mai einen Maibaum aufstellen. Zunehmend mehr werden auch im Mittelfränkischen die aus dem Barock stammenden Zunftbäume aus Südbayern imitiert und übernommen.
In Eschenau (Landkreis Erlangen-öchstadt) wurde 1984 zum ersten Mal ein „bayrischer Maibaum“ mit Zunftzeichen aufgestellt. Nachdem dafür die historischen Vorbilder fehlen, greift man in einigen Orten auf früher vorhandene Handwerksberufe zurück.

In Degersheim (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen), einem landwirtschaftlich strukturiertem Ort, wo der Maibaumbrauch 1980 aufkam werden zusätzlich Bilder von einem pflügenden Bauern, einem Heuwagen mit Pferd, aber auch alte Gebrauchsgegenstände wie Dreschflegel, Pferdegeschirr, Waagscheit und Wagenräder angebracht.

Andernorts finden sich auf den Querstangen nicht nur Symbole der alten, sondern auch der modernen ortsansässigen Berufe, wie z. B. Transport- und Busunternehmen (Greding). Häufig zieren Stadt-, Land- und Vereinswappen den Baum. Am unteren Ende des Stammes ist manchmal eine Widmungstafel angebracht. Oft werden auch nur ein Bierkrug und die Jahreszahl in die Rinde geritzt. Auf einer in Kaising bei Greding am Maibaum angebrachte Spruchtafel steht zu Lesen:

Nach alter Sitte, altem Brauch
Stellen wir den Maibaum auf.
Das machten ja schon unsere Väter,
wir machen´s jetzt und andre später.
Viel Mühe, Sorgen und viel Kummer
Wir sind auch froh und immer munter.
Drum lasst der Jugend ihren Lauf
Und hebt nun alle kräftig auf.
Dann lasst uns lustig, fröhlich sein
bei gutem Bier und edlem Wein.

In Wettelsheim erhält der Baum eine Widmungstafel mit folgendem Spruch:

Wenn dieser Baum solange steht,
bis aller Neid und Hass vergeht,
so steht der Baum ich sag´s fürwahr
noch viele, viele tausend Jahr.

Die Burschen und Männer, die den Baum aufstellen, sind überwiegend in Vereine organisiert, wie z. B. bei der Freiwilligen Feuerwehr, der Evangelischen Landjugend oder dem Sportverein. Größere Gemeinden stellen zu dieser Schwerstarbeit Gemeindearbeiter ab (Uffenheim, Hilpoltstein, Greding).
Früher wurde der Maibaum aus dem Bauernwald geholt. Jeder Bauer wusste, dass irgendwann einmal ein Baum von ihm „geklaut“ wird. Keiner erstattet auf Grund dieser langjährigen Tradition eine Anzeige. Selbst der Förster drückte ein Auge zu, wenn die Burschen einen Baum aus dem Staatswald holten.
Nachdem in Altenhofen in den Sechzigerjahren die Gefahr einer Anzeige drohte, gründete man eine Maibaumgesellschaft, um die Finanzierung des Maibaumes und damit die weitere Pflege dieses Brauchtums sicherzustellen.
Heute werden fast alle Maibäume beim staatlichen Forstamt gekauft oder von der Gemeinde gestiftet. Nur in Lohr wird der Baum noch standesgemäß gestohlen.
Immer wieder findet man in Quellen auch Hinweise auf die Schädlichkeit für die Forstwirtschaft, Maien, Maibäume und Kirchweihbäume aufzustellen. Des Öfteren wurde dieser Brauch verboten.
In Eichstätt gab es eine Verordnung, „ dass auf den Plätzen, wo sonst die Planbäume aufgerichtet werden, Junge Linden gepflanzt werden sollen“ (um 1790). Trotzdem schienen sich die Leute nicht an solchen Verbote gehalten zu haben.
Das Einholen des Stammes und das Aufstellen verläuft wie bei den Kirchweihbäumen. Im Zug wird der Maibaum ins Dorf geleitet und dann unter tatkräftiger Mithilfe der Maibaumburschen aufgerichtet.
In der ersten Nacht muss der Maibaum in vielen Gemeinden von der Burschen bewacht werden. Groß ist die Schande, wenn de von Rivalen aus der Nachbarortschaft umgesägt oder gar gestohlen wird. Der Spott über den gekürzten Maibaum hält lange an, und die Auslösung in Form von Bier kann teuer werden.
Im Gegensatz zum Krichweihbaum, wo häufig das Betznaustanzen rund um den Baum erfolgt, kommt es nur selten vor, das Jugendgruppen oder Trachtenvereine unter dem aufgerichteten Baum einen Maitanz abhalten. Um den Maianfang finden in vielen Orten öffentliche Tanzveranstaltungen in einer der Wirtschafen oder in Vereinsheimen statt.
Die Maibäume bleiben unterschiedlich lange stehen. Anders als die Kirchweibäume, werden sie häufig bereits nach vier bis sechs Wochen wieder umgelegt. Einige stehen bis zur jeweiligen Orstkirchweih.
Bei den Figurbäumen werden die bemalten Stämme mancherorts mehrere Jahre verwendet. Dabei wird nur der grüne Wipfel erneuert. Falls der Baum keinen Besitzer hat, wird er spätestens an der Allerweltskirchweih verkauft, verlost oder versteigert. Der Erlös kommt dann einer zünftigen Feier der Maibaumbburschen zugute, wo die Pläne für das nächste Jahr geschmiedet werden.